
Bei Lenggries im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat sich die Isar bis zu vier Meter ins Flussbett eingegraben. Ein Grund dafür ist, dass der Fluss durch bauliche Eingriffe gezähmt wurde. Hauptursache ist jedoch der Sylvensteinspeicher. Er schützt zwar vor Hochwasser, lässt aber fast kein Gestein durch, und die Wassermenge ist gering – nicht einmal bei Hochwasser wird der Uferbereich noch überschwemmt.
Keine Hochwasser, keine wilde Alpenflusslandschaft
Die Vegetation ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ausgetrocknet, sagt Joachim Kachek von der Unteren Naturschutzbehörde. "Für eine wilde Alpenflusslandschaft ist es originär, dass Hochwasser die gesamte Landschaft umändern. Alle Arten, die sich an diese Änderung angepasst haben, sind bis heute zum Teil verschwunden", beschreibt er die Folge.
Verbiss hilft den Isarauen
Statt der typischen filigranen Flussgewächse breiten sich jetzt Stauden und Gehölze aus, der Fachbegriff dafür lautet Verbuschung. Genau da setzt das Beweidungsprojekt mit Ziegen und Eseln in den Isarauen an: Seit gut drei Jahren beißen sie Kiefern, Fichten und Weiden zusammen und leisten eine wichtige Arbeit, sagt Projektleiter Markus Henning:
"Die Tiere sorgen dafür, dass die Au wieder gehölzfreier wird, dass wir den ehemaligen Zustand der weiten Fläche haben. Sie sorgen dafür, dass die Krautschicht gestärkt wird, dass wir die kleineren lichtbedürftigen Arten fördern." Projektleiter Markus Henning
Seltene Arten kehren langsam zurück
Inzwischen erobern sich die Flussgewächse nach und nach die Isarauen zurück. Laut Biotopkartierung wachsen wieder rund 250 verschiedene Pflanzenarten. Sogar die vom Aussterben bedrohte Deutsche Tamariske, ein Strauchgewächs, ist zurückgekommen.
Das Beweidungsprojekt an der Isar ist mittlerweile ein Vorzeigeprojekt für ganz Bayern.
August 01, 2020 at 09:00PM
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Wie Ziegen und Esel seltenen Pflanzen in den Isarauen helfen - BR24
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Esel
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