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Thursday, August 20, 2020

Von „sturen“ Eseln kann man viel lernen - Fränkische Nachrichten

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Zugegeben – sie können stur und störrisch sein. Aber sie sind keineswegs dumm. Das lernten Kinder und Erwachsene auf dem Reiterhof in Dornberg beim Kurs „Kleiner Eselführerschein“.

Dornberg. „Esel“ – Was als Schimpfwort gerne für Menschen benutzt wird, ist in Wirklichkeit ein Kompliment. Denn Esel sind klug und gutmütig. Ihre scheinbare Sturheit ist ein Abwägen gefahrvoller Situationen und hat mit Dummheit nichts zu tun. Mit dieser grundlegenden Information führte Dominik Englert vom Freizeit- und Ferienreiterhof Odenwald am Montag im Rahmen des Hardheimer Ferienprogramms beim Kurs „Kleiner Eselführerschein“ eine ganze Anzahl von Familien mit ihren Kindern in die interessante Thematik ein.

Im Verlauf des mehrstündigen Kurses vermittelte er den Kindern und Erwachsenen viel Wissenswertes zum Thema „Esel“. Er setzte sich dabei mit den Themen Herkunft, Verhalten in der Herde und scheinbarer Sturheit, mit einfacher Bodenarbeit sowie mit dem Führen, Pflegen und Versorgen der Esel auseinander. Dem schloss sich ein Hindernisparcours für die Esel und eine mit dem Führen der Esel verbundene kleine Wanderung zur Kappel an.

Erstaunliches Wissen vorhanden

Dominik stellte viele Fragen an die jungen Teilnehmer, die mit ihren Reaktionen und Antworten bereits erstaunliches Wissen deutlich werden ließen – mit Eseln hatten sie sich wohl schon zum wiederholten Male befasst. So kam es zu einem regen Gedankenaustausch mit den eifrigen Jungen und Mädchen. Auch die Erwachsenen konnten viel Wissenswertes mitnehmen. Dazu trug bei, dass Dominik Englert die Veranstaltung nicht nur kenntnisreich, sondern äußerst sympathisch, locker und humorvoll gestaltete.

Einleitend verwies er auf die Bemühungen um ein möglichst naturnahes Gehege für die Esel, die sich gerne draußen im Gelände aufhalten. Durch zeitgesteuerte automatische Fütterung werden sie in Bewegung gehalten.

Zur Herkunft der Esel war zu erfahren, dass sie aus steinigen geröllhaltigen Wüstenregionen kommen und keine Fluchttiere sind. Bei Gefahren bleiben sie im Gelände stehen, weil sie sich nicht „die Haxen“ brechen wollen, so Dominik. Wenn dieses Stehenbleiben ihnen auch negativ angekreidet werde, so habe es doch absolut Sinn und verdeutliche den Charakter der Tiere, an dem sich der Mensch ein Beispiel nehmen und vom Esel das „Neinsagen“ lernen könne.

Harte Hufe

Weil die Esel aus steinigen Bergwüsten stammten, seien ihre Hufe den trockenen und harten Böden angepasst. Es tue Eseln gut, auf harten Böden zu laufen, weil die Hufe dann selbst hart bleiben. Weiche Böden und Feuchtigkeit dagegen wirkten sich negativ aus und zerstörten die Hufe, so Dominik weiter, der Heu als wichtigen Nährstoff für die Esel nannte und wissen ließ, dass sie zum Beispiel aus faulendem Holz Nährstoffe herausholen.

Zum Fell war zu hören, dass die Nässe sofort auf die Haut durchschlage, weshalb Esel bei Regen einen Unterstand suchten. Weitere Einzelheiten erfuhr man über die dünnen Beine, über die dicke Kopfform und über die besondere Wirbelsäule, weswegen Esel keine Reittiere sind.

Englert nannte typische Merkmale des Esels wie die auffälligen Streifen im Fell, den Aalstrich auf dem Rücken und das Schulterkreuz in der Fellzeichnung. Als ebenso typisch charakterisierte er das „Mehlmaul“, ein weißer Rand rund um das Maul. Auch von den langen und beweglichen Ohren war die Rede, die von einem sehr empfindlichen Gehör zeugen und Eseln die Möglichkeit eröffnen, Geräuschquellen auszuloten, bevor sie reagieren. Interessante Details zur Herdenstruktur schlossen sich ebenso an wie zur Kommunikation zwischen den Eseln. Dominik Englert warnte nachdrücklich vor jeder Gewaltausübung Eseln gegenüber und verband damit den Hinweis darauf, dass ein Esel „trittsicher“ sei: „Er zielt und trifft“. Sein Tritt sei kräftiger als eines Pferds.

Wasser stellt für Esel ein Hindernis dar und sei ein „No Go“, ließ Dominik weiter wissen. Nach den Betrachtungen zur Nutzung des Seils, zur Bedeutung des Panikhakens, zur zielstrebigen Nutzung des Zügelseils und des Erfolgs bei ruckartigem Ziehen ging es um das sichere und fachgerechte Aufhalftern. Wissenswertes hörte man zum Putzkasten und zum Bemühen um die Erhaltung der Gesundheit der Tiere durch sorgfältige Hufsäuberung. Ebenso erläutert wurde der Aufbau des Hufs und dessen Wachstum.

Praktische Putzarbeit

All diese Details erarbeitete Dominik Englert mit den begeistert mitgehenden Kindern und Erwachsenen, ehe es dann für diese an die praktische Eselpflege und -Versorgung ging. Dazu gehörte neben dem fachgerechten Halftern das Putzen, wobei es als äußerst wichtig bezeichnet wurde, dabei seitlich zu stehen.

Dann mussten die geführten Esel die Hindernisse eines Parcours bewältigen, ehe unter Anleitung und in Begleitung von Dominik, seiner Freundin Angelika und seiner Eselbetreuerin Tabea eine kleine Wanderung mit mancherlei Hindernissen angetreten wurde.

Nach der Rückkehr überreichten Dominik und Annette Englert den Teilnehmern den erfolgreich abgelegten „Kleinen Eselführerschein“ für die Kinder und ein Abzeichen für die erfolgreiche Teilnahme an alle Teilnehmer. Verbunden damit wurde der Hinweis auf weitere Kurse dieser und ähnlicher Art auch außerhalb des Ferienprogramms auf dem Freizeit- und Ferienreiterhof Odenwald. Informationen dazu gibt es unter https://ift.tt/3hdZyul im Internet.




August 20, 2020 at 05:00AM
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